SEPTA-Anästhesieverfahren

Melinda erklärt: das SEPTA-Anästhesieverfahren

In diesem kurzen Video erklärt Melinda, wie das schonende SEPTA-Anästhesieverfahren abläuft – ein Überblick, bevor es weiter unten ins Detail geht.

Hinweis: Dieses Video wird von „Melinda“ präsentiert – einer KI-gestützten Sprecherin, die unsere Praxis dabei unterstützt, medizinische Themen verständlich aufzubereiten. Die medizinischen Inhalte stammen von Dr. med. Frank Schaudig.

Diese Information ersetzt nicht das persönliche ärztliche Gespräch.

Zum Nachlesen: der Text des Videos

Hallo, ich bin Melinda, die digitale Assistentin der Praxis.

Viele Menschen sorgen sich vor der Betäubung bei einem Eingriff am After. Dafür gibt es bei uns ein besonders schonendes Verfahren: die SEPTA-Betäubung.

Die Idee ist einfach. Ein einziger Nerv versorgt das Gebiet rund um den After. Genau dieser Nerv wird gezielt betäubt.

Dazu setzen wir das Betäubungsmittel an wenigen, genau festgelegten Stellen rund um den After. Wir kombinieren dabei zwei Mittel. Eines wirkt schnell. Das andere hält lange an.

So wird die gesamte Analregion zuverlässig taub. Untersuchung und Eingriff sind dann in der Regel schmerzarm möglich. Ganz ohne Vollnarkose. Und ohne Spritze am Rückenmark.

Und damit Sie davon nichts spüren, bekommen Sie bei uns immer einen milden Dämmerschlaf. Und zwar schon vor Beginn der örtlichen Betäubung. Dazu kombinieren wir ein Schlafmittel mit einem sehr kurz wirksamen Schmerzmittel. Sie schlafen dabei ein. So spüren Sie nicht einmal die Einstiche der Betäubungsspritze. Das ist für Sie sehr angenehm.

Ein weiterer Vorteil: Die Betäubung wirkt nach dem Eingriff noch einige Stunden nach. Das macht die ersten Stunden in der Regel gut erträglich.

Und meist dürfen Sie noch am selben Tag wieder nach Hause.

Ob die SEPTA-Betäubung für Ihren Eingriff geeignet ist, besprechen wir gemeinsam in Ruhe.

SEPTA steht für „Simplified Easily reproducible Pudendal-block Technique for Anorectal surgery“ — eine vereinfachte, gut reproduzierbare Form der Pudendusblockade. Dabei wird gezielt der Nerv betäubt, der das Operationsgebiet rund um den After versorgt. So lassen sich Untersuchung und Eingriff in der Regel schmerzarm durchführen — als schonende Alternative zur Vollnarkose oder zur rückenmarksnahen Betäubung.

Anatomie & Physiologie: der Nervus pudendus

Der Nervus pudendus entspringt aus den Kreuzbein-Nervenwurzeln S2 bis S4. Er zieht durch das kleine Becken, schlägt einen Bogen um den Sitzbeinstachel (am Lig. sacrospinale) und verläuft dann in einer Bindegewebsstraße an der seitlichen Beckenwand — dem Alcock-Kanal — zum Damm. Dort teilt er sich in drei Äste:

  • Nn. rectales inferiores — versorgen Schließmuskel und Analhaut,
  • N. perinealis — den Damm,
  • N. dorsalis — das äußere Genitale.

Weil dieser eine Nerv genau das Operationsgebiet sensibel und motorisch versorgt, ist er der ideale Angriffspunkt für eine gezielte, sichere Betäubung.

S2 S3 S4 Kreuzbein · Wurzeln S2–S4 Nervus pudendus Sitzbeinstachel (Lig. sacrospinale) Alcock-Kanal Nn. rectales inferiores N. perinealis N. dorsalis After S © 2026 Dr. med. Frank Schaudig

Schematische Darstellung des Nervus pudendus — ersetzt nicht das ärztliche Gespräch.

Die örtliche Betäubung

Lokalanästhetika legen die Schmerz-Weiterleitung im Nerv vorübergehend lahm. Wir kombinieren ein rasch wirkendes mit einem langwirksamen Mittel — so setzt die Betäubung schnell ein und hält zugleich lange an.

Wo die Betäubung gesetzt wird

In Steinschnittlage (Rückenlage mit leicht angehobenen Beinen) platzieren wir das Betäubungsmittel an mehreren gezielten Stellen, damit die gesamte Analregion zuverlässig betäubt ist: rund um den After (①), beidseits an den Sitzbeinhöckern, wo der Nervus pudendus verläuft (② und ③), sowie vorne zum Damm hin (④) und hinten Richtung Steißbein (⑤).

1 2 3 4 5 vorne (Damm / Genitale) hinten (Steißbein) Sitzbein- höcker Sitzbein- höcker After S © 2026 Dr. med. Frank Schaudig

Analregion in Steinschnittlage — Nervenversorgung und Injektionsstellen (①–⑤). Schematisch, ersetzt nicht das ärztliche Gespräch.

Wann die SEPTA-Betäubung nicht geeignet ist

Bei akuten Entzündungen — vor allem bei einem Abszess — setzen wir die SEPTA-Betäubung nicht ein. In entzündetes Gewebe sollte man kein Betäubungsmittel spritzen: Zum einen kann sich die Entzündung entlang der feinen Stichkanäle in tiefere Gewebeschichten ausbreiten. Zum anderen wirkt eine örtliche Betäubung in entzündetem Gewebe oft deutlich schwächer. In solchen Fällen sind eine Vollnarkose oder eine rückenmarksnahe Betäubung die bessere Wahl.

Zusätzliche Analgosedierung („Dämmerschlaf“)

Ergänzt wird die Betäubung immer um einen milden „Dämmerschlaf“ aus einem kurz wirksamen Schlaf- und einem kurz wirksamen Schmerzmittel. So spüren Sie nicht einmal die Einstiche der örtlichen Betäubung: Sie verschlafen Untersuchung und Eingriff vollständig, atmen dabei selbstständig weiter und werden lückenlos überwacht — eine aufwendige Intubationsnarkose ist nicht nötig, das Erwachen erfolgt rasch.

Wirkungsdauer

Die Betäubung setzt nach wenigen Minuten ein und hält mehrere Stunden an — auch nach dem Eingriff bleibt das Gebiet zunächst schmerzarm. Die Sedierung klingt zügig wieder ab.

Sicherheit & mögliche Komplikationen

Das Verfahren ist gut etabliert. Wie jeder Eingriff ist es aber nicht frei von Risiken: Selten kann es zu einem kleinen Bluterguss oder einer leichten Nachblutung an der Einstichstelle, einer vorübergehenden Wirkungslücke oder — sehr selten — zu einer allergischen oder kreislaufwirksamen Reaktion kommen. Wegen der Sedierung werden Kreislauf und Atmung während des gesamten Eingriffs überwacht.

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Individuelle Beratung
Jedes Verfahren hat seine Chancen und seine Grenzen — einen Behandlungserfolg kann man nicht versprechen. Welche Methode für Ihren Befund die richtige ist und welche individuellen Risiken und Besonderheiten dabei zu bedenken sind, wäge ich sorgfältig ab und erläutere es in Ruhe im persönlichen Gespräch.