Mein Hauptarbeitsgebiet ist die Proktologie. Daneben biete ich in der Sprechstunde die allgemeinchirurgische Diagnostik an sowie kleinere operative Eingriffe, die sich ambulant in örtlicher Betäubung durchführen lassen.
Zeigt sich bei der Untersuchung, dass ein größerer Eingriff nötig ist, veranlasse ich die Behandlung im Krankenhaus. Kurze Wege helfen dabei: Die Praxis liegt im Erdgeschoss der Kreisklinik Groß-Gerau, rechts neben der Klinikinformation.
Allgemeinchirurgische Diagnostik
Wir beurteilen und ordnen ein:
- unklare Bauchschmerzen
- Bruchleiden
- Weichteilinfektionen
- offene Wunden
Sie werden untersucht, die Beschwerden werden eingeordnet, und es wird veranlasst, was zur weiteren Abklärung nötig ist. Ist eine Bildgebung erforderlich, sind die Wege kurz: Im Hauptgebäude der Klinik befindet sich eine radiologische Praxis.
Kleine Eingriffe in örtlicher Betäubung
Alle diese Eingriffe führe ich ambulant und in örtlicher Betäubung durch. Sie kommen zum Termin und gehen am selben Tag wieder nach Hause.
- Fußzehennagel-Teilentfernung (Emmert-Plastik) bei eingewachsenem Nagel
- Vollständige Nagelentfernung bei Nagelpilz
- Entfernung von Lipomen (gutartige Fettgewebsgeschwülste)
- Entfernung von Talgdrüsenzysten (Atheromen)
- Entfernung von Hautveränderungen
- Entfernung von Dornwarzen (Warzen an der Fußsohle)
- Spaltung und Entlastung von Abszessen
- Entfernung kleiner, umschriebener Herde bei Akne inversa (chronische Entzündung in Achselhöhle, Leiste oder Gesäßfalte)
Bei unklaren Befunden wird das entfernte Gewebe immer unter dem Mikroskop untersucht.
Die Befunde im Einzelnen
Die Zeichnungen zeigen den Befund. Sie ersetzen kein Beratungsgespräch.
Eingewachsener Zehennagel
So sieht der Befund aus.
Ursache: Der seitliche Nagelrand wächst in die seitliche Haut hinein. Begünstigt wird das durch zu enge Schuhe, zu rundes Schneiden des Nagels, starkes Schwitzen und Fehlstellungen der Zehe. Betroffen ist meist die Großzehe.
Beschwerden: Schmerz am Nagelrand, Rötung und Schwellung. Später nässt die Stelle, es kann sich Eiter bilden und wucherndes Gewebe über den Nagelrand wachsen.
Behandlung: Anfangs kommen Fußbäder, kleine Einlagen unter den Nagelrand oder eine Nagelspange in Betracht. Kehren die Beschwerden wieder, wird der Nagel operativ verschmälert: Der eingewachsene Streifen wird zusammen mit dem zugehörigen Teil der Nagelwurzel entfernt, damit er nicht wieder nachwächst (Emmert-Plastik). Uns ist wichtig, dass der Nagel danach möglichst so aussieht wie vorher. Der entfernte Streifen wird deshalb sehr schmal gehalten.
Heilung: Die Wunde heilt in der Regel innerhalb von zwei bis drei Wochen. In dieser Zeit sind regelmäßige Verbandwechsel nötig.
Nagelentfernung bei Nagelpilz
So sieht der Befund aus.
Ursache: Ein Nagelpilz befällt die Nagelplatte. Der Nagel verdickt sich, verfärbt sich gelblich-bräunlich und wird brüchig.
Beschwerden: Schmerzen bestehen meist nicht. Störend sind das Aussehen und der verdickte Nagel im Schuh; bei starker Verdickung kommt ein Druckschmerz hinzu.
Behandlung: Bei Verdacht auf Nagelpilz sollte die Diagnose gesichert werden. Die Behandlung erfolgt mit pilzwirksamen Mitteln und gegebenenfalls einer schonenden Abtragung erkrankter Nagelanteile. Dieser Anteil der Diagnostik und Therapie wird in der Regel durch Hausärzte oder Hautärzte (Dermatologen) durchgeführt. Falls diese Maßnahmen nicht zum Erfolg führen und der Nagel durch den Pilzbefall zerstört wird, so kann die Nagelentfernung eine Behandlungsmöglichkeit sein.
Heilung: Nach einer Nagelentfernung wird in den ersten ein bis zwei Wochen die Wunde verbunden. Nach etwa vier bis acht Wochen ist das Nagelbett verheilt. Bis der Nagel an der Großzehe vollständig nachgewachsen ist, vergehen rund neun bis zwölf Monate.
Lipom
So sieht der Befund aus.
Ursache: Ein Lipom ist eine gutartige Geschwulst aus Fettgewebe, die langsam unter der Haut wächst. Warum sie entsteht, ist nicht abschließend geklärt; eine familiäre Häufung kommt vor.
Beschwerden: Ein weicher, gut verschieblicher und meist schmerzloser Knoten. Beschwerden entstehen vor allem durch die Größe oder durch Druck auf benachbarte Strukturen.
Behandlung: Entfernt wird ein Lipom, wenn es stört, wächst oder der Befund unklar ist. Bei unklaren oder rasch wachsenden Knoten klären wir den Befund vorher mit einer Bildgebung ab, gegebenenfalls gemeinsam mit Spezialisten. Über einen kleinen Schnitt wird es mitsamt seiner Kapsel ausgeschält.
Heilung: Die Wunde wird genäht, die Fäden werden nach etwa zehn bis vierzehn Tagen entfernt. Wurde die Kapsel vollständig entfernt, ist ein erneutes Auftreten an derselben Stelle selten.
Hautzyste (Atherom)
So sieht der Befund aus.
Ursache: Ein Ausführungsgang in der Haut ist verschlossen. Dahinter sammeln sich Hornmaterial und Talg in einem dünnen Sack, der allmählich größer wird.
Beschwerden: Ein prall-elastischer Knoten dicht unter der Haut, häufig mit einem kleinen dunklen Punkt an der Oberfläche. Entzündet sich das Atherom, wird es rot, druckschmerzhaft und schwillt rasch an.
Behandlung: Im nicht entzündeten Zustand wird das Atherom vollständig mit seiner Kapsel entfernt. Ist es bereits entzündet, steht zunächst die Entlastung im Vordergrund; die endgültige Entfernung erfolgt, wenn die Entzündung abgeklungen ist.
Heilung: Nach der Entfernung wird die Wunde genäht, die Fäden werden je nach Körperstelle nach etwa zehn bis vierzehn Tagen gezogen. Bleibt ein Rest der Kapsel zurück, kann das Atherom wiederkommen. Deshalb wird es vollständig ausgeschält.
Gutartiger Hauttumor
So sieht der Befund aus.
Ursache: Unter diesem Begriff werden gutartige Neubildungen der Haut zusammengefasst, zum Beispiel Leberflecke, Bindegewebsknötchen oder Alterswarzen. Sie gehen von den Zellen der Haut aus und wachsen langsam. Warum sie sich bilden, ist letztlich unklar. Wahrscheinlich ist es erblich angelegt.
Beschwerden: Häufig bestehen gar keine Beschwerden. Störend sind Reibung durch die Kleidung, wiederholtes Einreißen beim Rasieren oder die Lage an einer sichtbaren Stelle. Aufmerksam machen sollten Wachstum, eine Veränderung von Farbe oder Form, Bluten oder Nässen.
Gut- oder bösartig? Nicht jeder Hauttumor ist gutartig. In seltenen Fällen liegt auch ein bösartiger Befund vor. Manchmal ist er nicht sofort als bösartig zu erkennen, manchmal sind die Hinweise recht deutlich, zum Beispiel schnelles und unregelmäßiges Wachstum oder eine Blutungsneigung. Bei unklaren Befunden stellen wir Sie zunächst bei einem Hautarzt zur Begutachtung vor.
Behandlung: Der Befund wird in örtlicher Betäubung mit einem schmalen Rand gesunder Haut herausgeschnitten, die Wunde wird vernäht. Bei unklarem Befund wird das entnommene Gewebe unter dem Mikroskop untersucht.
Heilung: Es bleibt eine feine Naht. Die Fäden werden je nach Körperstelle nach etwa sieben bis vierzehn Tagen entfernt.
Dornwarze
So sieht der Befund aus.
Ursache: Dornwarzen entstehen durch eine Ansteckung der Haut mit Warzenviren. Sie sitzen meist an der Fußsohle. Weil das Körpergewicht auf ihnen lastet, wachsen sie nach innen statt nach außen. Daher der Name.
Beschwerden: Ein stechender Schmerz beim Auftreten, wie ein Dorn im Fuß. Auf der Oberfläche zeigen sich häufig kleine dunkle Punkte. Mehrere Warzen können nebeneinander liegen.
Behandlung: Zunächst kommen äußerliche Mittel und das Abtragen der Hornschicht in Betracht. Bleibt der Befund bestehen oder ist er sehr schmerzhaft, kann die Warze in örtlicher Betäubung mit einem schmalen Rand gesunder Haut herausgeschnitten werden.
Heilung: Die Wunde wird vernäht. Die Fäden werden nach etwa zwei Wochen entfernt, an der Fußsohle etwas später, weil sie bei jedem Schritt belastet wird. Der Fuß sollte in den ersten Tagen geschont werden. Warzen können an derselben oder an anderer Stelle erneut auftreten. An der Fußsohle kann eine Narbe zurückbleiben, die beim Gehen stört.
Abszess
So sieht der Befund aus.
Ursache: Bakterien gelangen ins Gewebe, meist über eine kleine Hautverletzung, einen entzündeten Haarbalg oder eine vorbestehende Zyste. Der Körper kapselt die Entzündung ab, es entsteht eine Eiterhöhle.
Beschwerden: Eine schmerzhafte, gerötete und überwärmte Schwellung, die oft pocht. Bei größeren Abszessen können Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl hinzukommen.
Behandlung: Ein Abszess muss entlastet werden. Antibiotika sind in der Regel als alleinige Therapie nicht ausreichend. Die Höhle wird eröffnet, entleert und gespült. Anschließend bleibt die Wunde offen oder wird eingelegt, damit sie von innen nach außen ausheilen kann.
Heilung: Die Wunde heilt offen, über Tage bis wenige Wochen, je nach Größe. In dieser Zeit sind regelmäßige Verbandwechsel nötig.
Akne inversa
So sieht der Befund aus.
Ursache: Eine chronisch wiederkehrende Entzündung der Haarbalg- und Drüsenausgänge, vor allem in Achselhöhle, Leiste und Gesäßfalte. Die Ursache ist noch nicht vollständig geklärt. Es gibt Faktoren, die ihr Auftreten fördern; dazu gehören unter anderem Übergewicht, Rauchen, Zuckerkrankheit und erbliche Veranlagung.
Beschwerden: Immer wiederkehrende schmerzhafte Knoten und Abszesse, später Gänge unter der Haut, Narbenstränge und nässende Stellen. Die Erkrankung belastet im Alltag oft erheblich.
Behandlung: Umschriebene Herde können ambulant in örtlicher Betäubung entfernt werden. Bei ausgedehntem Befall ist ein größerer Eingriff nötig, der im Krankenhaus erfolgt. Ergänzend ist häufig eine medikamentöse Behandlung durch den Hautarzt sinnvoll; Medikamente und Operation können sich ergänzen.
Heilung: Je nach Ausdehnung wird die Wunde genäht oder heilt offen aus. Die Erkrankung kann an anderer Stelle erneut auftreten.
Steißbeinfistel (Sinus pilonidalis)
So sieht der Befund aus.
Ursache: Eine Steißbeinfistel ist eine entzündliche Veränderung der Haut und des Unterhautgewebes am oberen Ende der Gesäßfalte. Dabei können kleine Hautöffnungen, Gänge unter der Haut und entzündliche Hohlräume entstehen. Eine wichtige Rolle spielen lose Haare, die durch Reibung in die Haut eindringen und dort eine Entzündung auslösen. Druck, längeres Sitzen und eine ausgeprägte Behaarung können die Entstehung begünstigen.
Beschwerden: Typisch sind Schmerzen oder eine Schwellung in der Gesäßfalte, besonders beim Sitzen. Aus kleinen Hautöffnungen können wiederholt Flüssigkeit, Eiter oder Blut austreten. Bei einer akuten Entzündung kann sich ein Abszess bilden: eine schmerzhafte Eiteransammlung mit zunehmender Schwellung und Rötung. Eine solche Veränderung sollte kurzfristig ärztlich untersucht werden.
Behandlung: Ein reizloser Befund ohne bisherige Beschwerden muss nicht vorsorglich operiert werden. Bei einem Abszess wird die Eiteransammlung zeitnah eröffnet und entlastet. Nach der Abheilung wird geprüft, ob überhaupt eine weitere Behandlung erforderlich ist. Bei kleinen, unkomplizierten Befunden kommen gewebeschonende Verfahren wie das „Pit-Picking“ infrage. Dabei werden kleine Hautöffnungen entfernt und die darunterliegenden Gänge behandelt. Die Wunden sind kleiner; ein erneutes Auftreten ist dennoch möglich. Bei ausgedehnten oder wiederkehrenden Befunden kann das erkrankte Gewebe entfernt werden. Anschließend heilt die Wunde entweder offen oder wird mit einer seitlich versetzten Naht verschlossen. Eine Naht direkt in der tiefen Gesäßfalte sollte vermieden werden.
Heilung: Bei offener Wundheilung sind regelmäßige Wundkontrollen und Verbandwechsel erforderlich. Wie lange die Heilung dauert und wann Arbeit oder Sport wieder möglich sind, hängt vom Eingriff und vom individuellen Verlauf ab.
Die Betäubung
Alle kleinen Eingriffe auf dieser Seite werden in örtlicher Betäubung durchgeführt. Betäubt wird nur die Stelle, an der gearbeitet wird.
Für die Einspritzung verwenden wir sehr feine Nadeln und lassen das Betäubungsmittel langsam einfließen. Beides macht den Einstich so wenig spürbar wie möglich. Zu spüren sind der Einstich selbst und ein kurzes Brennen, solange das Mittel einfließt. Danach ist die Stelle unempfindlich: Druck und Berührung nehmen Sie weiterhin wahr, Schmerz nicht.
Je nachdem, wo der Befund liegt, kommen zwei Wege in Frage.
Betäubung rund um den Befund
Das Betäubungsmittel wird mit einer feinen Nadel rings um den Befund und unter ihn eingespritzt. Es breitet sich im Gewebe aus und betäubt dort die feinen Nerven. Nach dem Eingriff lässt die Betäubung allmählich nach.
Betäubung an Zehe und Finger
An Zehe und Finger wird anders vorgegangen. Dort wird das Betäubungsmittel nicht am Befund selbst eingespritzt, sondern entfernt vom OP-Gebiet, an einem anderen Abschnitt des Fingers oder der Zehe, dort wo die beiden Nerven verlaufen, die Zehe oder Finger versorgen.
Dadurch wird der ganze vordere Abschnitt gefühllos, ohne dass am Befund selbst gespritzt werden muss. Das Gewebe schwillt dort nicht an und bleibt für den Eingriff unverändert. Bis die Betäubung vollständig wirkt, vergehen einige Minuten.
Weiterer Behandlungsschwerpunkt
Wundbehandlung
Manche Wunden heilen nicht so, wie sie sollen. Wir behandeln
- entzündete Wunden,
- Wunden, die nach einer Operation schlecht heilen,
- Wunden bei Zuckerkrankheit (Diabetes),
- Wunden bei Durchblutungsstörungen.
Entscheidend ist dabei die Behandlung der Ursache, etwa einer Durchblutungsstörung, einer Druckbelastung, einer Infektion oder eines Diabetes. Wie lange eine solche Behandlung dauert und was sie erreichen kann, hängt von der Wunde und von der Grunderkrankung ab. Wir besprechen das mit Ihnen und begleiten Sie über den nötigen Zeitraum.
Unsere Praxis
Kurze Wege: weitere Abteilungen und Praxen in der Kreisklinik
Die Praxis liegt im Erdgeschoss der Kreisklinik, rechts neben der Klinikinformation. Im Hauptgebäude der Klinik finden sich weitere Praxen, unter anderem eine Röntgenpraxis und eine Praxis für Blut- und Krebserkrankungen. Ein Medizinisches Versorgungszentrum mit Hausärzten und Magen-Darm-Ärzten findet sich direkt am Nebengebäude der Kreisklinik.
Unsere Praxis arbeitet auch sehr eng mit den Hauptabteilungen der Kreisklinik zusammen, insbesondere der Bauchchirurgie, der Inneren Medizin, der Orthopädie und der Unfallchirurgie.
Nicht alles lässt sich ambulant behandeln. Ergibt die Untersuchung, dass ein größerer Eingriff oder eine stationäre Behandlung nötig ist, veranlasse ich die Einweisung.
