Hämorrhoiden hat jeder Mensch. Es sind feine Gefäßpolster am Ende des Enddarms, die den After zusätzlich zur Schließmuskulatur abdichten. Erst wenn sie sich vergrößern, entstehen Beschwerden. Typisch sind hellrote, meist schmerzlose Blutungen, dazu Nässen, Jucken oder ein Druckgefühl.
Das kurze Video erklärt, wie die Beschwerden entstehen, welche vier Schweregrade es gibt und welche Behandlungen heute möglich sind. Die Bilder darunter zeigen die Schweregrade im Überblick.
Melinda erklärt: Hämorrhoiden
Hinweis: Dieses Video wird von „Melinda“ präsentiert – einer KI-gestützten Sprecherin, die unsere Praxis dabei unterstützt, medizinische Themen verständlich aufzubereiten. Die medizinischen Inhalte stammen von Dr. med. Frank Schaudig.
Diese Information ersetzt nicht das persönliche ärztliche Gespräch.
Zum Nachlesen: der Text des Videos
Hallo, ich bin Melinda, die digitale Assistentin der Praxis.
Hämorrhoiden hat jeder Mensch. Es sind feine, gut durchblutete Gefäßpolster am Ende des Enddarms, die den After mit abdichten und für die Feinkontinenz sorgen. Sie gehören also zur normalen, gesunden Körperfunktion. Beschwerden entstehen erst, wenn sich diese Polster vergrößern.
Das häufigste Zeichen ist eine hellrote, meist schmerzlose Blutung beim Stuhlgang. Dazu können Nässen, Jucken und ein Druck- oder Fremdkörpergefühl kommen, in fortgeschrittenen Stadien auch ein tastbarer Vorfall vor dem After.
Wie ausgeprägt das Leiden ist, beschreibt man in vier Schweregraden. Bei Grad I sind die Polster vergrößert, bleiben aber vollständig im Analkanal – typisch ist hier die hellrote, schmerzlose Blutung. Bei Grad II treten sie beim Pressen kurz vor und ziehen sich von selbst wieder zurück; oft kommen Nässen, Jucken und ein Druckgefühl hinzu. Bei Grad III bleiben sie außen, bis man sie mit dem Finger zurückschiebt – als tastbarer Knoten. Und bei Grad IV liegen sie dauerhaft außerhalb des Afters und lassen sich nicht mehr zurückschieben; dann sind Nässen, Hautreizung und manchmal Schmerzen möglich.
Die gute Nachricht: Für jeden Schweregrad gibt es heute eine passende, meist schonende Behandlung. In frühen Stadien bessern sich die Beschwerden oft schon durch eine ballaststoffreiche Ernährung, ausreichendes Trinken und den Verzicht auf langes Pressen. Reicht das nicht, stehen je nach Befund kleine Korrekturmaßnahmen – zum Beispiel die Gummibandligatur – oder minimalinvasive operative Verfahren zur Verfügung. Bei uns werden dabei besonders schonende Methoden wie Laser- oder Stapler-Techniken bevorzugt, weil sie keine oder nur kleinste Wunden hinterlassen, die in der Phase der Wundheilung meist nur wenig belasten. In der Regel lassen sich diese operativen Eingriffe ambulant, also tageschirurgisch durchführen. Ist ein ambulanter Eingriff je nach individueller Situation einmal nicht möglich, ist auch ein kurzzeitstationärer Eingriff als Alternative gut planbar. Welches Vorgehen am besten passt, richtet sich nach dem Schweregrad und nach Ihren Beschwerden – das besprechen wir in Ruhe gemeinsam mit Ihnen.
Wichtig ist vor allem eines: Bitte warten Sie mit einer Blutung am After nicht aus falscher Scham. Meist steckt etwas Harmloses dahinter, aber Sicherheit geht vor. In unserer Sprechstunde finden wir gemeinsam heraus, was für Sie das Richtige ist.
Gesund
Hämorrhoiden hat jeder Mensch: feine Gefäßpolster am Ende des Enddarms, die den After zusätzlich zur Schließmuskulatur abdichten. Beschwerden entstehen erst, wenn sie sich vergrößern.
Grad I – vergrößert, aber innen
Die Polster sind vergrößert, bleiben aber vollständig im Analkanal. Typisch ist die hellrote, meist schmerzlose Blutung.
Grad II – fällt beim Pressen vor
Die Polster treten beim Pressen vor und ziehen sich von selbst wieder zurück. Dazu kommen oft Nässen, Jucken und ein Druckgefühl.
Grad III – muss zurückgeschoben werden
Die Polster bleiben außen, bis man sie mit dem Finger zurückschiebt – als tastbarer Knoten.
Grad IV – bleibt dauerhaft außen
Die Knoten lassen sich nicht mehr zurückschieben und liegen ständig außerhalb des Afters. Typisch sind Nässen, Hautreizung und teils Schmerzen.
Wie wir Hämorrhoiden behandeln
Welches Verfahren das richtige ist, hängt vom Schweregrad und von den Beschwerden ab — von schonenden ambulanten Maßnahmen bis zur Operation. Was im Einzelfall passt, besprechen wir gemeinsam.
Ohne Schnitt, in der Sprechstunde (Grad I bis II)
- Verödung: Ein Mittel wird in das vergrößerte Polster gespritzt. Das Polster vernarbt, wird kleiner und wieder fest verankert. Meist sind mehrere kurze Sitzungen nötig, eine Betäubung ist nicht notwendig.
- Gummiband: Die Schleimhaut oberhalb der Hämorrhoiden-Knoten wird abgebunden. Die abgebundene Schleimhaut fällt dann nach einigen Tagen ab, und es entsteht eine Narbe. Das zuführende Gefäß zu den Hämorrhoiden-Knoten wird in dieses Narbengewebe mit eingebaut, sodass die Durchblutung zu den Hämorrhoiden gedrosselt wird. Dadurch schrumpfen die Hämorrhoiden und werden auf ihrem Schleimhautniveau fixiert.
Schonende Operationen (Grad II bis III)
- Raffnaht: Die zuführenden Blutgefäße werden abgebunden, das Polster wird mit einer Naht angehoben und wieder befestigt. Es entsteht keine äußere Wunde. Raffnaht-Verfahren →
- Laser: Eine feine Lasersonde wird in den Hämorrhoiden-Knoten eingebracht und lässt diesen durch die Wärmewirkung schrumpfen. Gewebe wird nicht herausgeschnitten. Laser-Verfahren →
- Klammergerät (Stapler): Nach Einführung eines Klammernahtgerätes wird ein Ring überschüssiger Schleimhaut entfernt und die Wunde im selben Schritt verschlossen. Die Naht liegt in einem Bereich, der kaum schmerzempfindlich ist. Stapler-Verfahren →
Klassische Operation (Grad III bis IV)
Das vergrößerte Polster wird mitsamt seinem Blutgefäß herausgelöst. Die Wunde heilt offen ab und braucht dafür etwas mehr Zeit. Konventionelle Verfahren →
Bei uns werden besonders schonende Methoden wie Laser- oder Stapler-Techniken bevorzugt, weil sie keine oder nur kleinste Wunden hinterlassen. In besonderen Situationen sind allerdings klassische Operationsverfahren zu bevorzugen, zum Beispiel bei verengtem und vernarbtem After aufgrund von verschiedenen Voroperationen oder weiteren anatomischen Besonderheiten.
Alle oben genannten Verfahren lassen sich in der Regel ambulant durchführen. Ist das in Ihrer Situation einmal nicht möglich, ist auch ein kurzer Aufenthalt in der Klinik gut planbar.
