Proktologische OP-Verfahren

Für die meisten proktologischen Erkrankungen gibt es heute schonende, oft minimalinvasive Operationsverfahren. Hier stellen wir die wichtigsten vor – gegliedert nach der Art des Eingriffs. Melinda erklärt sie in kurzen Videos, die Schaubilder zeigen den Ablauf Schritt für Schritt.

Stapler-Verfahren

Bei den Stapler-Verfahren wird mit einem feinen Klammernahtgerät überschüssiges Gewebe entfernt und die Wand zugleich wieder gerafft – alles über den After, ohne äußere Wunde.

Operation nach Longo — Stapler-Hämorrhoidopexie

Bei fortgeschrittenen Hämorrhoiden und beim Mukosaprolaps.

Hinweis: Dieses Video wird von „Melinda“ präsentiert – einer KI-gestützten Sprecherin, die unsere Praxis dabei unterstützt, medizinische Themen verständlich aufzubereiten. Die medizinischen Inhalte stammen von Dr. med. Frank Schaudig.

Diese Information ersetzt nicht das persönliche ärztliche Gespräch.

Zum Nachlesen

Die Operation nach Longo – auch Stapler-Hämorrhoidopexie genannt – ist ein Eingriff mit einem Klammernahtgerät. Sie kommt vor allem bei fortgeschrittenen Hämorrhoiden und beim Mukosaprolaps zum Einsatz – also dann, wenn die Hämorrhoidalpolster oder überschüssige Enddarmschleimhaut kreisförmig nach unten vorfallen.

Der Eingriff erfolgt vollständig über den After, ganz ohne äußere Wunde. Mit einem runden Klammernahtgerät, dem sogenannten Stapler, wird oberhalb der vorgefallenen Polster ein Ring überschüssiger Schleimhaut entfernt. Im selben Schritt setzt das Gerät sofort eine kreisförmige Klammernaht, die die Wunde wieder verschließt.

Das hat zwei Wirkungen: Zum einen werden die vorgefallenen Polster nach innen zurückgezogen und wieder in ihre natürliche Position gebracht. Zum anderen wird die Blutzufuhr zu den Hämorrhoiden gedrosselt, sodass sie mit der Zeit schrumpfen.

Ein Vorteil dieses Verfahrens: Die Klammernaht liegt oberhalb der Grenzlinie, in einem Bereich, der kaum schmerzempfindlich ist. Am empfindlichen Analrand entsteht dabei keine offene Wunde. Die Operation nach Longo ist in der Regel als ambulanter Eingriff möglich.

Als Alternative kommen ebenfalls minimalinvasive Verfahren in Betracht, die mit raffenden Nähten arbeiten und dabei auf die Entfernung von Gewebe verzichten. Vor allem sind hier die TAMaR-Operation und die HAL-RAR-Operation zu nennen.

Bei der TAMaR-Operation wird über ein spezielles Proktoskop die überschüssige Schleimhaut mit einer fortlaufenden Naht gerafft und nach oben angehoben. So werden die vorgefallenen Polster in ihre natürliche Position zurückgeführt und zugleich von der Blutzufuhr gedrosselt.

Bei der HAL-RAR-Operation werden zunächst die zuführenden Hämorrhoidal-Arterien aufgesucht und gezielt abgebunden. Anschließend wird das vorgefallene Gewebe mit einer Naht gerafft und wieder angehoben.

In der Sprechstunde von Dr. Schaudig wird gemeinsam entschieden, welches Verfahren im Einzelfall am besten passt.

Schematische, animierte Patienteninformation — ersetzt nicht das ärztliche Gespräch.

STARR und Hemi-STARR

Beim Rektumprolaps und der obstruktiven Entleerungsstörung.

Hinweis: Dieses Video wird von „Melinda“ präsentiert – einer KI-gestützten Sprecherin, die unsere Praxis dabei unterstützt, medizinische Themen verständlich aufzubereiten. Die medizinischen Inhalte stammen von Dr. med. Frank Schaudig.

Diese Information ersetzt nicht das persönliche ärztliche Gespräch.

Zum Nachlesen

STARR steht für „Stapled Trans-Anal Rectal Resection“ – eine Klammernaht-Operation am Enddarm.

Der Eingriff erfolgt vollständig über den After – ganz ohne Bauchschnitt. Mit einem feinen Klammernahtgerät, dem sogenannten Stapler, wird der vorgefallene Teil der Enddarmwand entfernt. Der entfernte Teil, die sogenannte Mastdarmmanschette, hat meistens eine Länge von fünf bis sechs Zentimetern. Um diese Länge wird der Darm somit gekürzt. Im selben Schritt wird der Darm anschließend mit mehreren Klammernahtreihen wieder verbunden. So verschwindet das Hindernis, und der Enddarm kann sich wieder besser entleeren.

Ob der Eingriff der richtige ist, hängt vom Ausprägungsgrad des Rektumvorfalls ab. Bei der Hemi-STARR-Operation wird in der Regel nur ein Teil der Rektumvorderwand entfernt; deshalb kommt sie vor allem zur Entfernung einer Rektozele zum Einsatz. Beide Eingriffe erfordern einen kurzen stationären Aufenthalt von etwa zwei Tagen.

Als alternative Eingriffe gibt es verschiedene OP-Verfahren durch den Afterkanal, bei denen mittels spezieller Raffnähte eine Kürzung der Darmwand erreicht wird – also ohne Entfernung eines Darmsegmentes. Dazu zählen die Operation nach Rehn-Delorme und die TAMaR-Operation – das steht für „Trans-Anal Mucopexie and Repair“.

In speziellen Situationen – zum Beispiel bei größeren Voroperationen im Analkanal- und Enddarmbereich oder bei einem fast schon nach außen vorfallenden Mastdarm – muss meistens auf eine Bauchoperation ausgewichen werden, da eine Manschettenresektion von fünf bis sechs Zentimetern den Prolaps dann nicht wirklich beheben würde. Bei einer Bauchoperation – entweder minimalinvasiv, in Schlüsselloch-Technik, oder über einen Bauchschnitt – wird der vorgefallene Mastdarmanteil komplett in die Bauchhöhle zurückgezogen und der Darm um meist zwanzig bis vierzig Zentimeter gekürzt. Anschließend wird er innen am Kreuzbein mit einer Naht fixiert, damit er nicht wieder zurückfällt. In der minimalinvasiven Form spricht man von einer sogenannten laparoskopischen Resektionspexie.

In der Sprechstunde von Dr. Schaudig werden alle OP-Möglichkeiten besprochen und das für Sie richtige Verfahren individuell ausgesucht.

Schematische, animierte Patienteninformation — ersetzt nicht das ärztliche Gespräch.

Raffnaht-Verfahren

Hier wird die vorgefallene Schleimhaut mit speziellen Raffnähten gerafft und angehoben – ganz ohne Entfernung von Gewebe.

Hinweis: Dieses Video wird von „Melinda“ präsentiert – einer KI-gestützten Sprecherin, die unsere Praxis dabei unterstützt, medizinische Themen verständlich aufzubereiten. Die medizinischen Inhalte stammen von Dr. med. Frank Schaudig.

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Die Raffnaht-Verfahren sind schonende, minimalinvasive Eingriffe – vor allem bei Hämorrhoiden und beim Mukosaprolaps. Ihr Kennzeichen: Sie arbeiten mit raffenden Nähten und verzichten dabei ganz auf die Entfernung von Gewebe.

Der Eingriff erfolgt über den After, ohne äußere Wunde. Dabei greifen zwei Wirkprinzipien ineinander: Zum einen werden die zuführenden Blutgefäße gezielt abgebunden, sodass die Hämorrhoiden weniger durchblutet werden und mit der Zeit schrumpfen. Zum anderen wird die vorgefallene Schleimhaut mit einer fortlaufenden Naht gerafft und nach oben angehoben – so kehren die Polster in ihre natürliche Position zurück.

Zwei Verfahren nutzen dieses Prinzip.

Bei der TAMaR-Operation – das steht für „Trans-Anal Mucopexie and Repair“ – wird über ein spezielles Proktoskop gearbeitet. Die zuführende Arterie wird umstochen, und die überschüssige Schleimhaut wird mit einer fortlaufenden Naht gerafft und angehoben.

HAL-RAR steht für Hämorrhoidalarterien-Ligatur und rekto-anale Reparatur – also für das Abbinden der Arterien und das Raffen und Anheben des Gewebes. Dieses Verfahren arbeitet nach demselben Prinzip wie die TAMaR-Operation, kommt dabei aber ohne das spezielle Proktoskop aus. Eingesetzt wird es vor allem bei Patienten, die aus verschiedenen Gründen einen sehr engen Analkanal haben, sodass sich ein spezielles Operations-Proktoskop nicht einführen lässt.

Welches Verfahren im Einzelfall am besten passt, hängt vom Befund ab. In der Sprechstunde von Dr. Schaudig wird das in Ruhe gemeinsam besprochen.

TAMaR — Transanale Raffung

Über ein spezielles Proktoskop wird die überschüssige Schleimhaut mit einer fortlaufenden Naht gerafft und nach oben angehoben. Die vorgefallenen Polster kehren so in ihre natürliche Position zurück und werden zugleich von der Blutzufuhr gedrosselt.

Schematische, animierte Patienteninformation — ersetzt nicht das ärztliche Gespräch.

HAL-RAR

Die zuführenden Hämorrhoidal-Arterien werden gezielt abgebunden; anschließend wird das vorgefallene Gewebe mit einer Naht gerafft und wieder angehoben. Ohne spezielles Proktoskop – vor allem bei sehr engem Analkanal.

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Laser-Verfahren

Bei vielen Eingriffen lässt sich ein Laser einsetzen – minimalinvasiv und besonders schonend für das umliegende Gewebe.

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Bei vielen proktologischen Eingriffen lässt sich heute ein Laser einsetzen – minimalinvasiv und besonders schonend für das umliegende Gewebe. Drei Verfahren kommen dabei regelmäßig zum Einsatz.

Die Laser-Hämorrhoidoplastie, kurz LHP, wird bei Hämorrhoiden angewendet. Über eine winzige Einstichstelle wird eine dünne Laserfaser an das Hämorrhoidalpolster geführt. Die Wärme lässt das Polster von innen schrumpfen – nur mit kleinen analen Wunden im Bereich der Einstichstellen zum Einführen der Lasersonden.

Die FiLaC-Methode – das steht für „Fistula Laser Closure“ – arbeitet ebenfalls mit einer sehr feinen Sonde und dient dem Verschluss von Analfisteln. Die Laserfaser wird in den Fistelgang eingeführt und verödet ihn von innen. Der Schließmuskel bleibt dabei unversehrt.

Die Laserfissurektomie kommt bei der chronischen Analfissur zum Einsatz. Mit dem Laser wird die Fissur behutsam abgetragen, sodass gesundes Gewebe darunter abheilen kann.

Allen drei Verfahren gemeinsam ist, dass sie gezielt, gewebe- und maximal schließmuskelschonend arbeiten. Welches im Einzelfall geeignet ist, hängt vom Befund ab. In der Sprechstunde von Dr. Schaudig wird das in Ruhe miteinander besprochen.

Laser-Hämorrhoidoplastie (LHP)

Über eine winzige Einstichstelle wird eine dünne Laserfaser an die Hämorrhoide geführt; die Wärme lässt das Polster von innen schrumpfen.

Mehr zur Hämorrhoidenbehandlung →

Schematische, animierte Patienteninformation — ersetzt nicht das ärztliche Gespräch.

FiLaC (Fistel-Laser)

Eine dünne Laserfaser wird in den Fistelgang eingeführt und verödet ihn von innen – schließmuskelschonend.

Mehr zur Analfistel-Behandlung →

Schematische, animierte Patienteninformation — ersetzt nicht das ärztliche Gespräch.

Laserfissurektomie

Auch die chronische Analfissur lässt sich mit dem Laser behandeln: das erkrankte Gewebe wird behutsam abgetragen.

Mehr zur Analfissur-Behandlung →

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Konventionelle Verfahren

Die klassischen, offenen Verfahren – seit langem bewährt, wenn sich ein Befund damit am besten behandeln lässt.

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Neben den minimalinvasiven gibt es die klassischen, offenen Operationsverfahren. Sie sind seit langem bewährt und kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn sich ein Befund damit am besten behandeln lässt – etwa bei sehr ausgeprägten Veränderungen.

Ein Beispiel ist die Hämorrhoidektomie nach Milligan-Morgan bei ausgeprägten Hämorrhoiden. Dabei wird das vergrößerte Hämorrhoidalpolster mitsamt seinem zuführenden Blutgefäß herausgelöst. Die Wunde wird nicht vernäht, sondern heilt offen ab. Das ist ein seit Jahrzehnten bewährtes Standardverfahren.

Ein zweites Beispiel ist die Fissurektomie bei der chronischen Analfissur. Hier wird das chronisch entzündete, schlecht heilende Gewebe am Rand der Fissur ausgeschnitten, sodass gesundes Gewebe nachwachsen und abheilen kann. Der Schließmuskel wird dabei geschont.

Offene Verfahren wie diese brauchen für die Wundheilung etwas mehr Zeit, sind dafür aber besonders zuverlässig. Welches Verfahren im Einzelfall das richtige ist, hängt vom Befund ab. In der Sprechstunde von Dr. Schaudig wird das in Ruhe gemeinsam besprochen.

Hämorrhoidektomie nach Milligan-Morgan

Das Hämorrhoidalpolster wird mitsamt zuführendem Gefäß herausgelöst; die Wunde heilt offen ab. Ein bewährtes Verfahren bei ausgeprägtem Befund.

Mehr zur Hämorrhoidenbehandlung →

Schematische, animierte Patienteninformation — ersetzt nicht das ärztliche Gespräch.

Fissurektomie

Das chronisch entzündete Gewebe am Rand der Analfissur wird ausgeschnitten, damit gesundes Gewebe abheilen kann.

Mehr zur Analfissur-Behandlung →

Schematische, animierte Patienteninformation — ersetzt nicht das ärztliche Gespräch.

Kleine Eingriffe – einfache Entfernung

Viele harmlose Veränderungen am Afterrand lassen sich in einem kleinen Eingriff entfernen. Nach den Prinzipien der konventionellen Chirurgie wird das störende Gewebe sparsam abgetragen oder ausgeschnitten – meist in örtlicher Betäubung und ambulant. Dazu gehören unter anderem: