Kontinenz und gezielte Stuhlentleerung sind ein fein abgestimmtes Zusammenspiel vieler Muskeln und Strukturen. Im kurzen Video erklärt Melinda, wie dieses Kontinenzorgan funktioniert – und was passiert, wenn es aus dem Gleichgewicht gerät.
Hinweis: Dieses Video wird von „Melinda“ präsentiert – einer KI-gestützten Sprecherin, die unsere Praxis dabei unterstützt, medizinische Themen verständlich aufzubereiten. Die medizinischen Inhalte stammen von Dr. med. Frank Schaudig.
Diese Information ersetzt nicht das persönliche ärztliche Gespräch.
Zum Nachlesen
Damit wir den Stuhl sicher halten können, müssen alle Faktoren des Kontinenzsystems abgestimmt zusammenarbeiten. Die Summe aller beteiligten Faktoren nennt man das Kontinenzorgan.
Ein wichtiger Faktor ist der Beckenboden – eine Muskelplatte aus verschiedenen muskulären Anteilen. Er hält die Organe des kleinen Beckens – Mastdarm, Harnblase und Gebärmutter – in ihrer Position. In Richtung After verjüngt sich der Beckenboden wie ein Trichter. Das Ende dieses Trichters bildet die Schließmuskulatur – sie ist somit selbst ein Teil des Beckenbodens.
Man unterscheidet zwei Schließmuskeln. Der innere Schließmuskel arbeitet unwillkürlich – er hält von allein dicht, Tag und Nacht. Der äußere Schließmuskel lässt sich zusätzlich bewusst anspannen, wenn es darauf ankommt.
Ein weiterer wichtiger Muskel des Beckenbodens ist die Puborektalis-Schlinge. Sie zieht den Enddarm nach vorne und bildet so einen Knick, den sogenannten anorektalen Winkel. Dieser Knick wirkt wie ein zusätzliches Ventil, das den Stuhl zurückhält.
Senkt sich der Beckenboden – etwa durch Belastungen wie eine Schwangerschaft oder ständiges Pressen, oder durch eine muskuläre Schwäche bei zu wenig Bewegung –, verändert sich die Lage dieser Organe. Das kann ihre Funktion erheblich beeinträchtigen.
Auch die feinen Gefäßpolster im Analkanal – die Hämorrhoiden – dichten mit ab und sorgen für den letzten Feinschluss.
Damit das Zusammenspiel gelingt, meldet der Enddarm laufend, ob und was sich ansammelt. Feine Sinneszellen unterscheiden sogar, ob es sich um Luft, um flüssigen oder um festen Stuhl handelt – so weiß der Körper, ob er getrost Winde ablassen kann oder besser wartet.
Bei der Entleerung kehrt sich das Zusammenspiel um. In sitzender oder leicht hockender Haltung streckt sich der Knick, die Puborektalis-Schlinge und die Schließmuskeln entspannen sich, der Enddarm zieht sich zusammen, und mit etwas Bauchpresse gleitet der Stuhl nach außen.
Ein wichtiger Rat zum Schluss: Dieses feine Zusammenspiel kann an vielen Stellen gestört sein – dann kommt es zu ungewolltem Stuhlverlust oder umgekehrt zu einer erschwerten Entleerung. Was dann helfen kann, erklären wir in den Kapiteln Stuhlinkontinenz und Stuhlentleerungsstörung. In der Sprechstunde von Dr. Schaudig finden wir gemeinsam heraus, welcher Teil betroffen ist.
Kontinenz: So wird der Stuhl sicher gehalten
Schematische, animierte Patienteninformation — ersetzt nicht das ärztliche Gespräch.
Entleerung: So öffnet sich der Verschluss
Schematische, animierte Patienteninformation — ersetzt nicht das ärztliche Gespräch.
Stuhlinkontinenz → — wenn Stuhl ungewollt abgeht.
Stuhlentleerungsstörung → — wenn die Entleerung erschwert ist.
