SEPTA steht für „Simplified Easily reproducible Pudendal-block Technique for Anorectal surgery“ — eine vereinfachte, gut reproduzierbare Form der Pudendusblockade. Dabei wird gezielt der Nerv betäubt, der das Operationsgebiet rund um den After versorgt. So lassen sich Untersuchung und Eingriff schmerzfrei durchführen — als schonende Alternative zur Vollnarkose oder zur rückenmarksnahen Betäubung.
Anatomie & Physiologie: der Nervus pudendus
Der Nervus pudendus entspringt aus den Kreuzbein-Nervenwurzeln S2 bis S4. Er zieht durch das kleine Becken, schlägt einen Bogen um den Sitzbeinstachel (am Lig. sacrospinale) und verläuft dann in einer Bindegewebsstraße an der seitlichen Beckenwand — dem Alcock-Kanal — zum Damm. Dort teilt er sich in drei Äste:
- Nn. rectales inferiores — versorgen Schließmuskel und Analhaut,
- N. perinealis — den Damm,
- N. dorsalis — das äußere Genitale.
Weil dieser eine Nerv genau das Operationsgebiet sensibel und motorisch versorgt, ist er der ideale Angriffspunkt für eine gezielte, sichere Betäubung.
Schematische Darstellung des Nervus pudendus — ersetzt nicht das ärztliche Gespräch.
Die örtliche Betäubung
Lokalanästhetika legen die Schmerz-Weiterleitung im Nerv vorübergehend lahm. Wir kombinieren ein rasch wirkendes mit einem langwirksamen Mittel — so setzt die Betäubung schnell ein und hält zugleich lange an.
Wo die Betäubung gesetzt wird
In Steinschnittlage (Rückenlage mit leicht angehobenen Beinen) platzieren wir das Betäubungsmittel an mehreren gezielten Stellen, damit die gesamte Analregion zuverlässig betäubt ist: rund um den After (①), beidseits an den Sitzbeinhöckern, wo der Nervus pudendus verläuft (② und ③), sowie vorne zum Damm hin (④) und hinten Richtung Steißbein (⑤).
Analregion in Steinschnittlage — Nervenversorgung und Injektionsstellen (①–⑤). Schematisch, ersetzt nicht das ärztliche Gespräch.
Zusätzliche Analgosedierung („Dämmerschlaf“)
Auf Wunsch ergänzen wir die Betäubung um einen milden „Dämmerschlaf“ aus einem kurz wirksamen Schlaf- und einem kurz wirksamen Schmerzmittel. So spüren Sie nicht einmal die Einstiche der örtlichen Betäubung: Sie verschlafen Untersuchung und Eingriff vollständig, atmen dabei selbstständig weiter und werden lückenlos überwacht — eine aufwendige Intubationsnarkose ist nicht nötig, das Erwachen erfolgt rasch.
Wirkungsdauer
Die Betäubung setzt nach wenigen Minuten ein und hält mehrere Stunden an — auch nach dem Eingriff bleibt das Gebiet zunächst schmerzarm. Die Sedierung klingt zügig wieder ab.
Sicherheit & mögliche Komplikationen
Das Verfahren ist gut etabliert und sicher. Selten kann es zu einem kleinen Bluterguss oder einer leichten Nachblutung an der Einstichstelle, einer vorübergehenden Wirkungslücke oder — sehr selten — zu einer allergischen oder kreislaufwirksamen Reaktion kommen. Wegen der Sedierung werden Kreislauf und Atmung während des gesamten Eingriffs überwacht.
